Hallstattzeit und Frühlatènezeit

Hügelgräberfeld aus der Hallstattzeit

Vorwort Zeittafel Bronzezeit Urnenfelderzeit Hallstatt- und Frühlatènezeit Endlatènezeit Römerzeit Startseite

zurück

Zwischen 1980 und 2001 wurden mehrere Grabhügel des in guter Sichtweite unterhalb von Erdwerk I im Isartal gelegenen Gräberfeldes archäologisch untersucht. Die durch landwirtschaftliche Tätigkeit und Erosion längst völlig verebneten Hügel heben sich vom umgebenden Boden nur noch als dunkle Verfärbungen vom umgebenden Boden ab.

Luftbild der Ausgrabungsstätten
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut - Luftbildarchiv (Otto Braasch)

 

Blick von Erdwerk I zum großen Friedhof. In einer Entfernung von 200-350 m weisen nach einem steilen und ca. 40 m tiefen Abhang dunkle Flecken auf Grabhügel hin.


Körperbestattung in Erdhügeln

Zeichnerische Rekonstruktion eines Grabhügels
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Für die Bestattung hatte man auf der damaligen Bodenoberfläche eine hölzerne Grabkammer für den Toten samt Beigaben und darüber einen Grabhügel von rund 10 m Durchmesser errichtet. In zwei Fällen ließen sich Kreisgräben am Hügelfuß nachweisen.

 


Bilder von der Ausgrabung

Inhalt eines Grabhügels
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Viele Grabhügel sind mit mehreren Personen belegt, die nicht gleichzeitig gestorben sein mussten. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Grabkammern so gebaut waren, dass sie später noch zugänglich waren. Nach einem gewissen Zeitpunkt wurden neuerlich Verstorbene zu den Toten hinzugelegt.

Hier liegen vier Tote parallel (der 2. von links ist ein Jugendlicher), über denen eine fünfte Person später schräg in das Grab eingebracht wurde. Denkbar ist, dass einer nach dem anderen ins Grab gelegt wurde oder auch, dass sie durch kriegerische Auseinandersetzungen oder Infektionskrankheiten gleichzeitig verstarben. Oft sind Grabkammern mehrfach belegt. Insgesamt wurden ca. 30 Grabhügel untersucht.

 


Vitrine 5: Funde aus verschiedenen Gräbern aus der Hallstattzeit (800 - 480 v. Chr.)

  1. Gürtelblech
  2. Armringe aus Bronzeblech
  3. Kahnfibeln
  4. Bernsteinschmuck
  5. verzierter Armring
  6. Lanzenspitze
  7. Fußring
  8. Gürtelhaken


Ausstellung - Tisch: Funde aus verschiedenen Gräbern aus der Hallstattzeit (800 - 480 v. Chr.)

  1. Gefäße aus verschiedenen Gräbern der Hallstattzeit (6./7.Jh. v. Chr.)
  2. Spaten aus Tannenholz aus einem Grabhügel der Hallstattzeit um 600 v. Chr., die sich im feuchten Milieu der Isaraue erhalten haben. Dies sind sehr seltene Funde dieser Art.
  3. Zaumzeug aus dem Wagengrab (weitere Teile in Vitrine 3 und 4 auf der Unterseite "Grab 3: Wagengrab")

Aufgrund der reichhaltigen Grabbeigaben lässt sich schließen, dass es hier fast nur Gräber der Oberschicht gibt.


 

Grab 1: Doppelbestattung mit Vierpassfibeln und Bernsteinkollier

Grab 2: Von Grabräubern verwüstetes Grab

Grab 3: Wagengrab

Grab 4: Männergrab

zurück

Internet-Seite erstellt:   15.12.2002 Internet-Seite aktualisiert:   von   K. S. und G. R.