Hallstattzeit und Frühlatènezeit

Erdwerk I - Keltische Ansiedelung

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Lage von Erdwerk I
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Ein Blick auf die Lage des sog. "Erdwerk I" bei der großen Baumlücke am Rand der Isarhangleite oberhalb Niedererlbach.

Modell von Erdwerk I (Maßstab 1:100) - Ansicht von Norden aus

 

Dieses Modell einer für Südbayern typischen Siedlungsform eines Herrenhofes zeigt einen Bauzustand des sog. "Erdwerks I" um ca. 600 v.Chr. Eine exponierte Lage, wie hier direkt am Steilabhang zum Isartal, kann man bei solchen Siedlungen häufiger finden. Erdwerk I wurde zwischen 650 und 400 v.Chr. bewohnt.

Modell von Erdwerk I (Maßstab 1:100) - Ansicht von Osten aus

 

Außen umgeben 3 Gräben, die bis zu 5 m breit und bis 3 m tief sind, die ca. 4000 qm große Bebauung im Inneren. Die Häuser sind maßstabsgetreu rekonstruiert. Ein für damalige Verhältnisse selten anzutreffender, rollierter Zugangsweg führt zum Eingang. Diesen sichert ein Torturm, dessen Pfosten ca. 1,40 m eingetieft sind. Innerhalb der Gräben dient eine Holzpalisade zur weiteren Befestigung.

Erdwerk I wurde im Laufe seines Bestehens öfter umgebaut. Der Grabenabschnitt an der Hangleite wurde in der Endphase zugeschüttet und auf der Einfüllung wurden Häuser und Gruben errichtet. In der Frühlatènezeit (480 - 400 v.Chr.) erfuhr Erdwerk I eine Ausweitung in Form einer großen unbefestigten Siedlung, die außerhalb des 3. Grabens im Süden angebaut wurde. Insgesamt lebten hier gleichzeitig kaum mehr als 50 Menschen miteinander.


Bilder von der Ausgrabung

Pfostenspuren von Häusern
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Im Inneren von Erdwerk I kennzeichnen dunkle Flecke in der Mitte Gruben und Pfostenstandspuren von Häusern (kleinere Flecke). Im Gebrauch waren 2 Backöfen (vgl. Abschnitt im Kapitel Kultur der Hallstattzeit).

Spuren des Inneren Grabens
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Nach dem Abtragen der ca. 30 cm dicken Humusschicht trifft man auf eine Verfärbung, die vom inneren Graben um Erdwerk I herrührt.

Profilschnitt des Inneren Grabens
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Profilschnitt durch den inneren Graben aus vorigem Bild. Die dunkle Verfärbung ist die Verfüllung des v-förmigen Grabens.

Weiterer Profilschnitt des Inneren Grabens
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut (Bild verändert)

 

Der ursprüngliche Graben reichte bis zum Knick des Meterstabes. Im Laufe der Zeit wurde der Graben verfüllt. In der rotbraunen Trennschicht (grüner Pfeil) liegen Holzkohle und verschiedenartige Funde, darunter auch Menschenknochen, die von außen in den Graben geworfen wurden. Dies mag vom gewaltsamen Untergang der Siedlung stammen, der um 400 v. Chr. datieren dürfte. Zu dieser Zeit war die Keltenwanderung im Gange, viele Siedlungen in ganz Südbayern wurden aufgelassen und größere Bevölkerungsverschiebungen vollzogen sich. Keltische Stämme belagerten im Jahre 387 v. Chr. Rom, andere gründeten in Kleinasien das Reich der Galater.

Profilschnitt durch den Äußeren Graben
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Der äußere Graben hat keine rotbraune Trennschicht mit Funden, da innen die Siedlung brannte und diese Überreste somit im inneren Graben landeten.

Profilschnitt durch den Graben oben an der Hangseite
Quelle: Bay. Landesamt f. Denkmalpflege, Außenstelle Landshut

 

Der Teil des Grabens oben am Steilhang wurde zugeschüttet, da er nicht gebraucht wurde. Die Eintiefung links gehört zu einer Grube mit einem großen Pfosten für die Holzpalisade.

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Internet-Seite erstellt:   15.12.2002 Internet-Seite aktualisiert:   von   K. S. und G. R.